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Erste weltweite Bilanz zum Synodalen Prozess...

Aktualisiert: 8. Feb.

vom Generalsekretariat für die Bischofssynode

Presseerklärung vom 7. Februar 2022


Der Synodalprozess: eine erste Bilanz

Am Mittwoch, 26. Januar 2022, tagte die XV. Ordentliche Versammlung der Bischofssynode in Präsenz und online. Im Mittelpunkt der Beratungen standen folgende Punkte: ein Bericht über den Stand des synodalen Prozesses und die Formulierung von Kriterien für die "Berichte" der Diözesen, der Bischofskonferenzen, den Synoden der Ostkirchen und anderen kirchlichen Gremien.


Etwa drei Monate nach der Eröffnung des Synodalen Prozesses äußerte die Ordentliche Versammlung große seine Zufriedenheit mit den Fortschritten, die der Prozess auf lokaler Ebene gemacht hat. Nahezu 98% der Bischofskonferenzen und Synoden der Ostkirchen weltweit haben eine Person oder ein ganzes Team mit der Umsetzung des synodalen Prozesses beauftragt. Die Einschätzung der Ordentlichen Versammlung wurde durch die Ergebnisse untermauert, die sich aus dem Austausch in etwa 15 Online-Treffen, die vom Generalsekretariat der Bischofssynode von November bis Dezember 2021 organisiert wurden, mit Synodenbeauftragten aus aller Welt ergaben.



Der synodale Prozess auf globaler Ebene

Die Kirche ist in Bewegung! Sowohl die Diözesen als auch die (organisierten oder nicht organisierten) Laien und insbesondere das gottgeweihte Leben zeigen große Begeisterung, die sich in einer Vielzahl von Initiativen zur Förderung der Konsultation und der kirchlichen Unterscheidung niederschlägt. Dies wird durch die zahlreichen Zeugnisse bestätigt, die das Generalsekretariat aus der ganzen Welt erhalten hat, von denen einige regelmäßig auf der Website www.synodresources.org veröffentlicht werden. Sie sind nicht nur ein Grund zur Hoffnung, sondern auch ein Zeichen dafür, dass der Heilige Geist am Werk ist. Diejenigen, die diesen Synodalen Prozess in Aktion erlebt haben, bezeugen eine Erfahrung, die Freude bringt, und sprechen von einer echten Veränderung ihres Gefühls der Zugehörigkeit zu einer kirchlichen Gemeinschaft.


Im Allgemeinen sind der Zeitplan, die Modalitäten der Konsultation und die Beteiligung des Volkes Gottes von Region zu Region unterschiedlich. Der synodale Prozess wurde vor allem in mehreren afrikanischen, lateinamerikanischen und asiatischen Ländern mit Freude und Begeisterung aufgenommen. Dort, wo bereits ein diözesaner oder nationaler Synodaler Prozess im Gange war oder kurz vor dem Beginn stand, wurden die beiden synodalen Dynamiken erfolgreich harmonisiert. Die Ausweitung der Phase des Zuhörens des Volkes Gottes wurde besonders gewürdigt.


Die vom Generalsekretär veröffentlichten Dokumente sind gut aufgenommen worden, und es wurden lobenswerte Anstrengungen unternommen, sie auf lokaler Ebene zu übersetzen. In einigen Ländern wird diese Aufgabe zusätzlich durch die Vielzahl der lokalen Sprachen und die Entfernungen zwischen den kirchlichen Gemeinschaften erschwert.


Die ökumenische Dimension wurde gut integriert und folgt den Hinweisen, die in dem gemeinsamen Brief von Kardinal Koch und Kardinal Grech vom 29. Oktober enthalten sind. Auch auf Seiten der anderen christlichen Konfessionen gibt es eine gewisse Begeisterung und den Wunsch, zum synodalen Weg der katholischen Kirche beizutragen. Die interreligiöse Dimension ist ein natürlicher Teil dieses Prozesses in Ländern geworden, in denen die Christen in der Minderheit sind.


Es wurden konsequente Anstrengungen unternommen, um die Kommunikation über verschiedene Medien und Online-Plattformen Plattformen zu fördern. Viele Diözesen und Bischofskonferenzen haben Websites und Seiten auf sozialen Netzwerken eingerichtet, um über den Weg in ihrer eigenen Realität zu berichten. Neben der institutionellen Website www.synod.va kommuniziert das Generalsekretariat seinerseits über eine Vielzahl von Instrumenten, wie einen wöchentlichen Newsletter, eine Website zum Sammeln von Erfahrungen und Ressourcen, die auf lokaler Ebene erarbeitet wurde (www.synodresources.org), und eine Gebetsseite für die Synode (www.prayforthesynod.va), die zusammen mit dem Weltgebetsnetzwerk des Papstes und der Internationalen Vereinigung der Generaloberen erstellt wurde.


Herausforderungen

Viele Gläubige nehmen den Synodalen Prozess als einen entscheidenden Moment im Leben der Kirche wahr, als einen Lernprozess und eine Gelegenheit zur Umkehr und Erneuerung des kirchlichen Lebens. Gleichzeitig sind aber auch verschiedene Schwierigkeiten aufgetaucht. So wird von Ängsten und Zurückhaltung bei einigen Gruppen von Gläubigen und unter dem Klerus berichtet. Es gibt auch ein gewisses Misstrauen unter den Laien, die bezweifeln, dass ihr Beitrag wirklich berücksichtigt wird.

Darüber hinaus stellt die derzeitige Pandemie ein erhebliches Hindernis dar, das die Möglichkeiten für persönliche Treffen einschränkt. Die Konsultation des Volkes Gottes kann nicht auf einen bloßen Fragebogen reduziert werden, denn die eigentliche Herausforderung der Synodalität besteht gerade im gegenseitigen Zuhören und in der gemeinsamen Unterscheidung.


Andere wiederkehrende Herausforderungen sind:

1) die Notwendigkeit der Ausbildung, insbesondere im Zuhören und Unterscheiden, damit die Synode authentisch ein geistlicher Prozess ist und nicht auf eine parlamentarische Debatte reduziert wird;

2) die Vermeidung der Versuchung, sich in den Gruppensitzungen auf sich selbst zu beziehen, damit dieses gegenseitige Zuhören, das seine Grundlage im Gebet und im Hören auf das Wort Gottes findet, dazu führt, dass wir uns für andere öffnen, um das Evangelium zu verkünden. Eine synodale Kirche ist eine missionarische Kirche, in der sich jeder einzelne Getaufte sich für die Sendung der Kirche mitverantwortlich fühlt;

3) Suche nach Wegen zur Verbesserung der Beteiligung junger Menschen;

4) die Einbeziehung derjenigen, die am Rande der kirchlichen Institutionen leben;

5) die Zurückhaltung einiger Geistlicher.


Schlussfolgerung

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Neuartigkeit des Synodalen Prozesses zwar viel Freude und Dynamik ausgelöst hat, dass aber auch eine Reihe von Unwägbarkeiten angesprochen werden müssen. Es gibt ein wachsendes Bewusstsein dafür, dass die synodale Umkehr, zu der alle Getauften aufgerufen sind, ein langwieriger Prozess ist, der sich weit über das Jahr 2023 hinausziehen wird. Überall auf der Welt besteht der Wunsch, diesen synodalen Weg, der auf lokaler Ebene begonnen hat, weit über die Synode 2021-2023 hinaus fortzusetzen, damit konkrete Zeichen der Synodalität zunehmend als konstitutiv für die Kirche sichtbar werden.


Hinweis für die Erstellung von Berichten

Als Antwort auf die zahlreichen Anfragen, die beim Generalsekretariat eingegangen sind, wird derzeit ein Hinweis für die Diözesen und Bischofskonferenzen vorbereitet, wie sie die "Berichte" vorbereiten sollen, die sie dem Generalsekretariat der Bischofssynode vorlegen werden. Es handelt sich um ein Hilfsmittel im Dienste der verschiedenen kirchlichen Realitäten, die in den kommenden Monaten mit der Ausarbeitung der Ergebnisse ihrer kirchlichen Unterscheidung beschäftigt sein werden. Die Notiz schlägt vor, dass die Erstellung des Berichts selbst ein Akt der Unterscheidung ist, d.h. die Frucht eines geistlichen Prozesses und einer Teamarbeit.


Quelle: https://mailchi.mp/synod/press-release-n8_en

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