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Wertschätzung... Ja, aber wie?

Aktualisiert: 30. Nov. 2021

Erstellt von Ursula Hirsch BSc


Wertschätzung, die Menschen stärkt, ist mehr als Lob und Belohnung. Auf welcher Weise genau bereichern wir uns gegenseitig? Wenn wir diese Frage vollständig beantworten können, bewirken wir wahre Wunder: Kreativität, Motivation und Beziehungsfähigkeit werden dadurch in kürzester Zeit entfaltet. Der österreichische Psychiater und Psychotherapeut Reinhard Haller führt in seinem Bestseller: „Das Wunder der Wertschätzung: Wie wir andere stark machen und dabei selbst stärker werden“ zahlreiche Beispiele und praktische Impulse an.


Wenn ich echte Wertschätzung erhalte, rinnt es mir wie Balsam in der Seele runter. Als mir eine Kollegin etwas so Banales schrieb: „Danke, dass Du das machst – ich bin echt erleichtert.“ merkte ich, wie die Worte in mir Energie generierten und in mir Kräfte frei wurden.


Wertschätzung vollständig ausdrücken bedeutet klarzumachen, auf welche Weise jemand einem das Leben bereichert hat. Ja gerne, aber wie? Wenn die Dankbarkeit in den drei Schritten (Beobachtung, Gefühl, Bedürfnis) nach Marshall B. Rosenberg ausgedrückt wird, werden Urteile und Manipulationen vermieden. Echte Wertschätzung will etwas feiern und nicht etwas bekommen. Wenn wir uns die Mühe machen diese drei Bestandteile der Wertschätzung zu formulieren, schaffen wir Verbindung und stärken einander.


Konventionelle Komplimente haben oft die Form eines Urteils, und werden manchmal ausgesprochen, um das Verhalten anderer zu manipulieren. Die drei Bestandteile der Wertschätzung, wie Marshall B. Rosenberg sie formuliert hat, unterstützt das Ausdrücken von Anerkennung, aber nur dann, wenn sie dem Feiern dient und fördert die Gleichwertigkeit. Wir benennen

Die Handlung, die zu unserem Wohlbefinden beigetragen hat

Unser Bedürfnis, das zufriedengestellt wurde

Unser freudiges Gefühl als Ergebnis davon

Wenn Anerkennung so ausgedrückt wird, dann können wir sie ohne Selbstüberschätzung oder falsche Bescheidenheit annehmen und uns gemeinsam freuen.

(Marshall B. Rosenberg, Gewaltfreie Kommunikation – Eine Sprache des Lebens, Jungfermann Verlag, 11. Auflage 2013, Kapitel 13)


Beispiele:

  • Urteil: „Du bist so lustig.“

  • Wertschätzung: „Gestern bei der Besprechung, als du den Witz erzählt hast, war ich heiter und belebt – Humor und Lebensfreude sind mir so wichtig.“


  • Urteil: „Sie sind ein toller Chef.“

  • Wertschätzung: „Jetzt, wo sie dafür gesorgt haben, dass der Kollege seine Arbeitszeiten tatsächlich einhält, bin ich gut gelaunt und motiviert, weil mir Gerechtigkeit wichtig ist.“


Marshall Rosenberg stellte einmal jemanden die Frage: „Was könnte dir jemand als Anerkennung sagen, das dich vor Freude einen Luftsprung machen lässt?“



Weitere Fragen für Reflexion:

  • Wenn ich dringend Wertschätzung brauche, und niemand gerade da ist, kann ich mir das selber auch schenken – so wie die Liebe?

  • Wofür bin ich MIR dankbar?

  • Wie kann ich Wertschätzung von jemanden erbitten?

  • Wenn ich mit jemanden in Konflikt bin, welche Wertschätzung hätte diese Person eigentlich gern von mir?





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